Reisetagebuch, oder etwas Ähnliches

Hier nun der minuetliche Bericht — der zum stündlichen oder mehr wurde — für Sanne, damit sie weiß wie man Nachtzug fährt. ;P Fotos waren jedoch nicht möglich, dafür eine gewisse epische Breite. *g*

    21:00: Die Reise beginnt mit „Mist es regnet.“ Also noch einmal die Treppe hoch und die Regenjacke geholt.
    21:05: Am Willy-Brandt-Platz: „Oh der H-Bus, der fährt sicher zum Bahnhof! Ein H-Bus am Willy?“ Erstmal einsteigen. „Ach, er fährt nicht zum Bahnhof. Danke! Stopp ich muss wieder raus. Danke“ und schnell wieder raus mit großer Reisetasche und ab in den Regen.
    21:07: Eine 2 kommt angefahren, es ist ja schließlich Heinerfest und da fahren keine normalen Busse. Die fährt zum Hbf, glücklicherweise.
    21:18: Endlich sitze ich am Hbf und warte auf die S3 die mich nach FFM Süd bringt. Keiner da zum Reden, also Handy gezogen um zumindest Musik zu hören. „Mist, es fehlt das Headset.“ Das heißt keine Musik bis ich gegen 7:00 Uhr bei Omi bin. *schauder*
    22:18: Nun sitze ich im CNL (CityNightLiner) in Richtung Prag. Aus der Traum von 3 freien Sitzplätzen nebeneinander, das hätte mir aber schon am Bahnsteig in FFM Süd klar sein sollen. Erster Gedanke das eine Liege vielleicht doch besser gewesen wäre. Aber trotzdem Glück gehabt, ich bin mit 4 Frauen im Abteil. Nebendran sind jeweils nur Männer, die das Bier des Schaffners leer trinken. *augenroll*
    22:30: Toll, jetzt bin ich zwar nur mit Mädels im Abteil, aber alle wollen schlafen. Also kein Licht um wenigstens ein klein wenig ein Buch zu lesen. Wozu habe ich eigentlich vorher noch einen Kaffee getrunken. *seufz* Glücklicherweise habe ich doch 2 Sitze, da der Linke neben mir leer ist. Also schön in meine rote Decke gekuschelt und das gelbe Kissen unter dem Kopf zurecht gerückt und versucht den Körper auf 1 Meter bequem unterzubringen.
    22:45: 2 der Mädels sind Amerikanerinnen, nehme ich nach einigem lauschen an.;) Die eine schläft nun, nachdem sie es auf ihrem eigenen Sitz (50 Zentimeter) versucht hat, direkt vor der Abteiltür. Mal schauen wie lange. *g* Ich probiere es nun aber auch mal auf dem Boden, jedoch im Abteil nicht davor.
    23:00: Da nun 2 Sitze frei sind kommt die Außenamerikanerin wieder ins Abteil und legt sich auf meine Sitze. Wir treffen eine Wechsel Abmachung, sobald ich wieder aufwache. 🙂 A Bissel hart ist es nun, aber besser so, als oben. Mensch diese Männer! Jetzt wird lautstark und ausgiebig erklärt, das der Physikerfreund echt Pech hat in Karlsruhe zu leben. Da gäbe es zu wenig interessierte Frauen. Häh?
    2:30: „Ola, ich bin wach. Bitte wechseln.“ Freudig findet der Wechsel statt. Nun wieder oben auf den Sitzen, vielleicht liegt sich doch besser? *denk*
    4:00: Die Reise zieht sich! Ich bin nun in Leipzig. Kurzes Gespräch mit den Amerikanerinnen, die keine sind. *schäm* Sie kommen aus Australien und machen eine Europa-Rundreise bevor sie mit dem Arbeiten anfangen. Nach einigem Hin und Her wechsele ich dann das Abteil und überlasse den beiden Freundinnen das Abteil. (2 Frauen haben uns verlassen, für alle die sich das nicht schon fast gedacht haben. *g*)
    4:05: Jetzt habe ich ein Abteil, besser 3 Sitze für mich allein, aber mir gegenüber sitzt ein unheimlicher Kerl. Der plappert ständig und starrt so penetrant. Wirkt wie ein 50-jähriges Muttersöhnchen, das gerade Ausgang hat.
    4:13: Ich versuche nochmal zu schlafen, bis der Wecker klingelt ist es ja noch über eine Stunde. Hmm, das ist ja echt unfair! Die 3er Sitzreihe mir gegenüber ist ja um einiges breiter, als die auf der ich liege. *argg* Aber na gut lieber nicht wechseln.
    5:20: Mein Handywecker klingelt. Fertig mach zum umsteigen (Sachen zusammenpacken. etc.). Gähn.
    5:22: Nochmal auf den Plan schauen auf welches Gleis ich muss. „Wie der Zug hält um 5:02 in Riesa. Wo bin ich denn gerade.“ „Na kurz vor Dresden“ meint mein seltsamer Gegenüber locker. Na schönen Dank auch! Jetzt habe ich den Ausstieg verpasst. Also ab zum Schaffner.
    5:30: Endlich den Schaffner gefunden! So ein Nachtzug ist besonders lang, wenn man in die falsche Richtung rennt. „Ich habe meinen Ausstieg verschlafen.“ „Ja aber sie werden doch geweckt!“ „Geweckt? Bei mir war keiner?“ Kann auch nicht, wenn ich in ein anderes Abteil umziehe, wie mir ziemlich schnell klar wird. *schnutezihe*
    5:32: „Sie müssen in Dresden Neustadt aussteigen und ihr Zug nach Ruhland fährt um 6:52. Er kommt dort um 7:57 an.“ Na toll eine Stunde in Dresden warten. *argg*
    5:52: Ankunft in Dresden, raus aus diesem Zug. Und ganz klasse es regnet in Strömen.

Tada! Und Sanne fährst du nun?

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