besprochen, rezensiert und kritisiert… (1)

Da zur Zeit Vampire mal wieder In sind – Filmplakate hängen überall, die Buchhandlungen sind voll davon, in Schreibwarenläden gibt es sogar bedruckte Täschchen und Radiergummis – werden wir daran erinnert, dass es auch eine düstere Seite gibt: Unerforscht, beeindruckend und in den Bann ziehend. So ist es natürlich kein Wunder das mir armer beeinflussbarer hoffnungslos unbelehrbarer Frau, dass Buch auf dem Regal der Bücherei sofort ins Auge fällt: blutrote Lippen, eine Großstadt, erdverbunden Töne und ein aufsteigender Schwarm von Fledermäusen – der Klappentext tut sein Übriges und das Buch „Geliebte der Nacht“ von Lara Adrian landet in meinem Besitz.

Gespannt machte ich mich mit Gabrielle Maxwell – einer ahnungslos fotografierenden Stammesgefährtin, ihren selbstlosen Freunden, den von der Blutgier befallen Stammesbrüdern (die Rogues) und natürlich Lucan – einem der Letzten vom uraltem Stamme der Gen-Eins Aliens (Vampire die aus dem Weltall kamen) – bekannt.

Inhalt: Der Retter rettet also schnell einmal auf seiner nächtlichen -tötet-den-Abschaum-Mission- das hilflose, sich mit einer Handycamera wehrend, Mädchen aus den Fängen der bösen Rogues und es entflammt schnell und heiß das Feuer der Lust. Bis der edle und tapfere Lucan entdeckt das die unwissende Gabrielle eine Stammesgefährtin ist, von der er auf keinen Fall trinken wird. Ja warum eigentlich nicht? Die arme Gabrielle wird nun von den Rogues (sie hat sie fotografiert) und heißen Träumen verfolgt und immer wieder von Lucan gerettet. Das dauert so ungefähr 300 Seiten an, ab und zu kommt auch noch ein blutrünstiger Kampf zwischen den Kriegern (oh ja es gibt noch 5 weitere neben Lucan) und den eigentlich wilden Rogues dazu. Die natürlich nun plötzlich einen Anführer haben, dem sie auch gehorchen. Nicht zu vergessen die Lakaien – Menschen die ausgesaugt wurden und keinen eigenen Willen mehr haben. Es gibt nämlich nur Tote Menschen, Lakaien oder willige Menschen.
Am Ende wird Gabrielle von Lucan in dessen Kriegerversteck-Hauptquartier gebracht um dort beschützt zu werden. Während der Held sich kopfüber in den Kampf stürzt, um sie und seine Blutgier zu vergessen und durch eine Intrige schwer verletzt wird, lernt sie etwas über das Vampirdasein… und dann trinkt er doch von ihr – sie bietet sich ihm förmlich an, nur zur Stärkung. Das Finale ist dann ganz reizend: er aus Angst sie schwer verletzt zu haben türmt zum nächsten Einsatz, sie aus Scham türmt aus dem Sicherheitstrakt und wird natürlich von den Böse gefangen. Er rettet sie unter ganzen Körper- und Wuteinsatz aus den Händen seines eigentlich in der Sonne verbrannten Bruders.

Das Buch ist einfach nur schlecht. Die Figuren werden nicht richtig beschrieben, die Geschichte hat eine Art roten Faden an dem jedoch alles nur angerissen wird. Die Geschichte von Lucans finsterem Leben wird so nebenbei bröckchenweise eingeflochten ohne Zusammenhänge zu erläutern. Blutgier scheint die treibende Kraft. Auch Gabrielles Gefühlswelt ist minimiert auf Sex, Angst und ab und an Wut. Die Regeln dieser reichen Vampir-Krieger (natürlich sind sie reich und intelligent) – falls es denn welche gibt – kann man nur erahnen. Andere Vampire scheinen in Dunklen-Häfen (?) zu existieren, aber in diesem Buch gibt es nur die Krieger, wild und leidenschaftlich. Da bleibe ich doch lieber, sollte ich wieder das von den Medien suggerierte Bedürfnis nach Vampiren haben, bei Stephanie Meyers Twilight-Saga. Die Saga scheint zumindest in den ersten Bänden wesentlich mehr Sinn zu ergeben.

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