Aus Sicht des Nachwuchses (1)

Ab einem bestimmten Alter vergisst man leicht, wie schwer es doch war ein Baby bzw. allgemein ein Heranwachsender oder eine Heranwachsende zu sein. Man verliert sehr schnell den Blick für Kleinigkeiten und das Einfache im Leben.

So scheint es für den Nachwuchs am Anfang  nichts Wichtigeres zu geben, als zu Schlafen, zu Trinken und allgemein umsorgt zu werden. Die Umgebung ist dem Nachwuchs relativ egal, solange die Primärenbedürfnisse befriedigt werden. Jedoch wird mit der Zeit die Umgebung wahrgenommen und man fragt sich als Erwachsener so manches mal, was denn nun schon wieder so interessant oder lustig war.

Ich habe mir vorgenommen, wenn schon nicht täglich, so zumindest wöchentlich, die Umgebung aus der Sicht meines Nachwuchses zu betrachten. Es ist doch immer wieder erstaunlich was es zu entdecken gibt. So werde ich sicherlich manches mal in epischer Breite und wiederum ein anderes mal nur in fotografischer Kürze berichten.

Hier nun die ersten Eindrücke, da wir am Wochenende zum picknicken bei klassischer Musik im Park waren:  Bäume – Blauer Himmel – Schwangere und Rettungswagen – Natur und und und …

Sichtweise auf die Welt aus den Augen eines Babys

Alles nur eine Phase

Nachdem der Nachwuchs nun nach fast 10 Monaten da war und wir rechte entspannte vier Eingewöhnungswochen hinter uns hatten, meinte jemand recht spöttisch zu uns „auch gute Phasen sind nur Phasen“. Wunderbar, sowas hört man gern und die Person sollte recht behalten. Nach exakt vier Wochen fing das Kind an zu schreien. Am Anfang vorzugsweise abends, zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen. Je näher wir dem Ende des Junis rückten, um so häufiger wurde das Schreien auf den ganzen Tag verteilt um dann Anfang Juli, in einer Woche tägliches Dauerschreien zu gipfeln. Nun ja unterbrochen von kurzen Schlaf-, Ess-  und Spielphasen.

Der Besuch bei der Osteopathin erlöste das Kind Mitte Juni zumindestens von den bösen Blähungen, denen bis dato kein Mittel (Anis-Kümmel-Fenchel-Tee, Kümmelzäpfchen, Windsalbe, etc.) zu Leibe rücken konnte.  Interessanterweise spuckt das Kind seit dem noch mehr als vorher und das Schreien wurde leider auch nicht weniger. Vom Kinderarzt hört man dazu nur, dass das Kind Temperament hat und stark wie ein Ochse ist. Den Nerven hilft dieses Wissen aber auch nicht. Was den Nerven wirklich half, war das beruhigende Wesen einer guten Freundin und die starken Arme der Uroma.

Und urplötzlich war es vorbei – also alles doch nur eine Phase? Wir haben schon nicht mehr daran geglaubt und waren umso glücklicher das sie endlich nicht mehr so ausdauernd schrie. Der Schock saß dann, nach einem entspannten und sehr spiel- und schlaffreudigen Wochenende, tief, als der Nachwuchs sich heute früh gegen fünf Uhr in ungeahnte Tonhöhen schraubte. Man bekommt nun gesagt, „nimms doch nicht persönlich, sie meint es nicht so. Sie kann nicht anders.“ Das ist mir gerade vollkommen gleich! Denn ich stehe vor ihr, ich wickle sie und mache sie sauber, ich streichle sie, ich füttere sie, ich bespasse sie und entlocke ihr Laute und MICH schreit sie an. Wenn ich das nicht persönlich nehmen darf – denn irgendwas muss ja falsch gewesen sein, was dann? Aber es ist ja alles nur eine Phase und so drücke ich meinen persönlichen Reset-Button, lege mich zu ihr, schlafe erst mal und dann beginnen wir den Tag noch einmal von Neuem.

Bastelprojekt (3) : Mobile

Nachdem wir dieses wunderschöne Drachenmobile im Wohnzimmer hängen haben und das Ganze nun auch wunderbar und ausdauernd angestarrt wird, habe ich mir überlegt, dass vielleicht über dem Kinderbett oder im Bad ein weiteres Mobile sehr gut ankommen würde. Vielleicht wird das Kind dann ruhiger und ausgeglichener ;), aber zumindest hat es mehr Farbe.

Durch eine Bekannte, habe ich vor kurzem mein Herz für Bommeln wieder entdeckt. Diese hat die flauschigen Bällchen am Kinderwagen für ihren Kleinen befestigt. Mir kam in einer ruhigen Minute dann die Idee, dass man die Bommeln doch auch für ein Mobile verwenden könnte. Ich erinnerte mich an lauschige Silvesterabende bei der Oma, mit Kerzenschein, vielen Spielen, Kachelofen und Musik, bei denen wir auch Bommeln gewickelt haben. Was ich wohl aber verdrängt hatte, war die Tatsache, dass das herstellen einer Bommel einiges an Zeit fordert.

Jedoch unterstützt durch die Hilfe der lieben Verwandten, entstanden im Laufe eines Abends, bei einem Gläschen Blubberwasser, dann doch drei Bommeln.  Der Mond, wurde an einem weiterem Abend gefertigt und harrt nun der Überarbeitung der Ecken. Ein weiterer Abend wurde dem Gestell und der Anbringung der Anhängsel gewidmet, die sich den Gesetzen der Physik entsprechend verhielten und mir so manch genervten Ton entlockten.

Alles in Allem bin ich recht stolz auf mein instabiles (Bommeln können ganz schön schwer sein) und etwas geflickschustertes Mobile. Es beweist mal wieder, dass man auch mit wenig Zeit und nicht ganz so viel Aufwand nette Dinge herstellen kann.

Ein Mobile

Bastelprojekt (2) : Geldgeschenk

Es gibt immer Anlässe und Personen, bei denen man nicht so genau weiß, was man schenken soll. Wahlweise sind die Wünsche auch so preisintensiv oder utopisch (Haus, Auto, Pferd), dass man sich nur mit einem Bruchtteil beteiligen kann und möchte. So ist man schnell der Ansicht, das Geld das Beste ist.

Zur Übergabe, werden häufig Blumensträuße oder Gutscheinkarten verschenkt. Manches mal erhält man auch gebrauchte, prall gefüllte Umschläge oder das Geld wird von einer Büroklammern zusammengehalten und der Verwendungszweck wird auf einem Fetzen Papier mitgeteilt.

Natürlich freut man sich trotzdem, aber das Auge isst doch immer mit – so sagt man es zumindest beim Essen – und so freut man sich umso mehr, wenn man ein liebevoll gestaltetes Geldgeschenk erhält. Hier ein Spruch, da eine schönes Papier oder ein, dem Zweck entsprechend gestaltetes Geschenk.

Natürlich kommt immer der Faktor Zeit hinzu, den man investieren muss, denn von der Idee bis zur Realisierung ist es manchmal ein weiter Weg. Mein Geschenk kam dementsprechend auch zu spät, aber ich habe ja auch eine Ausrede. 😉

Thema des Wunsches war, das Zubrot, zu einem in der Wohnung befindlichen Möbelstück.

Geldgeschenk

Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich dann für die innenarchitektionische Einrichtung und Darstellung eines Schlafzimmers. Dazu kann man nutzen, was man zu Hause findet. Eigentlich wollte ich die Möbelstücke ausformen, aber es fehlte mir an Schachteln und Geduld. So wurde das Ganze einfach mit Tempera- und Acrylfarben sowie einem Fineliner auf die Wände aufgebracht. Das  Deko-Massband habe ich bei meinen Bastelvorräten gefunden und die Anleitung zum Aufbau des Möbelstückes im Internet. Das Bettzeug wurde aus vier Geldscheinen geformt, ist mit Tesafilm befestigt und übersteht hoffentlich den Transport.

Viel Freude damit.