Krippeneinführung (to be continued)

Der Nachwuchs wächst und wächst, wird älter und älter und die Zeit vergeht so wahnsinnig geschwind, dass man nur verwundert aus dem Fenster schauen kann und den Jahreszeitenwechsel an sich vorbeifliegen sieht. So ist dann auch die Krippeneinführung schneller heran als von uns gedacht.

Damit wir uns noch in ein paar Jahren daran erinnern können und damit auch andere an unseren Erfahrungen teilhaben können, möchte ich in diesem Beitrag sukzessive von unseren ersten Erlebnissen berichten. Vielleicht kann ja auch jemand Tipps und Tricks zum Besten geben oder uns Mut machen, wenn es mal nicht so laufen sollte. 🙂

5.01. (Vorbereitung) : Wir überlegen uns abends am Küchentisch, wie der Tagesbeginn aussehen muss, damit wir es am 7.01. pünktlich (zwischen 8 Uhr und 8:30 Uhr) und tiefenentspannt in die Krippe schaffen. Himmel! Wir merken schnell, dass das Lotterleben nun vorbei ist (5:45 wecken lassen *schauder*) und das wir ganz schön diszipliniert vorgehen müssen.

6.01. (Vorbereitung) : Nach ein wenig spielen, Windel wechseln, frühstücken, anziehen und fürs rausgehen fertig machen, schaffen wir es tatsächlich um exakt 7:16 die Wohnung zu verlassen und in der kalten Morgenluft spazieren zu gehen. Theoretisch hätten wir also sogar den Bus bekommen. Weil das so gut geklappt hat, leisten wir uns beim Bäcker frische Croissants und der Nachwuchs schläft eine Extrarunde, wahrscheinlich vor lauter Aufregung.

7.01. : Der große Tage ist da, heute soll es los gehen. Die Nacht war mal wieder die Hölle (warum hört man eigentlich nie zu, wenn die Leute einen vor der Schwangerschaft darauf hinweisen das Kinder schlecht schlafen – sie weisen einen doch drauf hin oder behalten sie etwa alles für sich?). Der Nachwuchs wird aber dann zur geplanten Zeit, durch Licht und die Stimmen von Mutti und Vati, doch leidlich gut gelaunt wach und alles verläuft nach Plan. Selbst die Entscheidung lieber das Tuch, als den Wagen zu nehmen, zeigt sich als weise, da der Bus überfüllt ist – Schulkinder! Aber ohje, plötzlich biegt der Bus in eine Richtung ab, in die der sonst eigentlich nicht fährt. Nun habe ich also zielgerichte den einen Bus erwischt, der die Linie wechselt. Also an der nächsten Haltestelle aussteigen, zurücklaufen und auf den eigenen Bus warten. Der Zeitpuffer schrumpft. Endlich wieder im richtigen Bus und auf der Fahrt zum nächsten Buswechsel .. . Mist der Nachwuchs, will nun doch schlafen – schlecht gewählter Zeitpunkt, wir sind in 20 Minuten da, so viel Zeit haben wir also für ein 45-minütiges Nickerchen eigentlich nicht mehr – ach du lässt dich nicht überreden – na gut, dann schlaf! … Die Umstieghaltestelle nähert sich, ach da hinten fährt unser Bus, sehr schön … Wieder warten und die Uhr konsultieren … Hmm, das wird knapp, aber wir schaffen das noch. Dann endlich mit nur 15 Minuten Verspätung an der Endhaltestelle angekommen, nur ein kleiner Fußmarsch trennt uns noch von der Krippe, da klingelt mein Handy. „Ja hi, hier ist die Krippe, wo seit ihr denn? Die anderen warten schon … ach ihr braucht noch 15 Minuten. Dann versuchen wir es morgen, die nächsten Kinder kommen dann ja schon um 8:30 Uhr …“ Wie bitte? Du schickst mich wieder nach Hause? Tja da habe ich wohl was falsch verstanden. Und der Fakt, das wir eigentlich eher 7:50 Uhr da sein sollen, um den Nachwuchs noch der Sachen zu entledigen, ist mir dann natürlich auch entfallen. Himmel war (und bin ich eigentlich noch) wütend! Also morgen auf ein Neues, vielleicht dann besser ausgeschlafen!

8.01. – der 1. Tag, die Zweite : wir kommen zu früh in der Krippe an, weil das die einzig mögliche Busverbindung ist, um pünktlich zu sein. Kurz vorm Ziel schläft der Nachwuchs natürlich wieder ein. Am Ziel angekommen ist das Kind gleich wieder wach (schaun wir mal wie lange) und so warten wir dann erst mal 20 Minuten bis es losgeht. Auch nicht schlecht, da haben wir also genügend Zeit zum ausziehen und dann die Jogginghose anziehen – denn unsere Krippe legt wert auf bequeme Kleidung und keine Socken oder Strumpfhosen. Gegen 8 Uhr geht es dann endlich los und wir dürfen uns mit zwei anderen Kindern in den Gruppenraum setzen. In der nächsten halben Stunde werden es noch drei mehr und das Kind wird je weiter die Zeit voranschreitet und je lauter es damit wird, immer nervöser und unruhiger. Sie lässt sich am Ende kaum noch beruhigen, und das obwohl wir nur dasitzen und nichts tun. Okay, ich versuche beim Sitzen noch den Schock zu verdauen, dass mein allein sitzendes, sich aber nicht allein aufsetzen könnendes Kind nicht aufgesetzt wird. Wie bitte? Noch nicht mal ab und zu? Nein, wohl gar nicht. Ohje, da bin ich gespannt, wie das klappen soll, denn ihre Laune ist beim Liegen ziemlich im Keller. Nach weniger als 30 Minuten gehen wir dann wieder und das Kind ist durch, bloss gut das wir noch einen ausgiebigen Spaziergang machen und es sich beruhigt. Ansonsten war das Kind heute sehr müde. Ob es wohl daran liegt?

9.01. – der 2. Tag : heute früh hat alles gut geklappt. Selbst der Öffentliche Nahverkehr hat mitgespielt und wir haben alle Anschlüsse bekommen. Den Kinderwagen lassen wir aber morgen wieder zu Hause, das ist mir zu anstrengend.  In der Krippe hat der Nachwuchs dann auch fast die angepeilten 30 Minuten durchgehalten, bis Hunger und Müdigkeit es übermannt haben. Vorher wurde sitzend gespielt und gesabbert was das Zeug hielt. Abschließen habe das Kind dann in den Kinderwagen gelegt und es ist erst nach 90 Minuten fahren, aufgewacht und war dann auch mal wieder zu neuen Schandtaten bereit.

10.01. – der 3. Tag : wir waren seit 4:45 wach und haben dementsprechend auch pünktlich den Bus bekommen. Der Nachwuchs hat sich während der Fahrt gut beschäftigt und ist dann kurz vorm Ziel friedlich eingeschlafen. Also habe ich noch eine kleine Runde gedreht, um dann mit wachem Kinde die Krippe zu betreten. Sie hat die 30 Minuten gut gelaunt und sitzend verbracht – sie hat sich nur in kurzen Abständen versichert, das ich noch da bin. Selbst das Schäkern mit den beiden Erzieherinnen war schon drin und eine durfte sie auch schon auf dem Arm halten. Also heute alles zur vollsten Zufriedenheit. 🙂