Beförderung (1) : Kinderwagen und Tragetuch

Früher oder später müssen sich alle Eltern einmal entscheiden, wie sie ihren Nachwuchs denn durch die Welt transportieren wollen. So komfortabel wie im Mutterleib soll es bitte auf jeden Fall sein: bequem, geschützt, warm und weich. Auch darf keine Sonne und kein Regen an das Kind kommen.

Nun ist das alles aber schier unmöglich, denn man stellt  recht schnell fest, das jede Transportmöglichkeit an ihre Grenzen stößt, möchte man der Gesellschaft (Ärzte, Verwandschaft, etc.) und seiner eigenen Komfortzone gerecht werden.

Der Markt der Produkte an sich ist riesig , die Preise zum Teil horrend und auch die Qual der Wahl ist unendlich.  So wird es uns leicht beeinflussbaren Eltern wie immer nicht leicht gemacht. Bei uns stand jedoch von Anfang an fest, dass wir tragen wollen. Die Wahl fiel schnell auf ein Tragetuch für unterwegs und ein Tragegestell für zu Hause. Erst nachdem der Nachwuchs da war, haben wir uns dann noch für einen Kinderwagen entschieden.

Was kann ich nun nach über einem Jahr Nutzung für die geneigten Leserinnern und Leser zum Besten geben? Genau! Vor- und Nachteile, die auf meiner ganz persönlichen Erfahrung beruhen – sich manchesmal direkt auf das spezielle Produkt oder aber auf die Tragehilfe beziehen, aber meistens doch eher auf die Nutzungsweise:

Zum Kinderwagen (ein Hartan Sprint) lässt sich folgendes festellenKinderwagen

  • Pro
    • das Kind kann immer abgelegt oder abgesetzt werden
    • das Kind kann leichter schlafen
    • man kann Einkäufe ziemlich einfach transportieren, vorausgesetzt der Einkauf hält sich in Grenzen oder man transportiert sein Kind nicht
    • man kann zu zweit oder in ganzen Herrscharen spazieren gehen und jeder kann mal schieben
    • wenn das Kind dann größer ist, kann die Raubtierfütterung einfacher erfolgen
  • Contra
    • der Preis, wenn man nicht gebraucht kauft und / oder ein paar Ansprüche hat
    • braucht viel Platz und Stellfläche (sowohl in Hausfluren als auch in Cafés), so kann eine Anhäufung von Kinderwagen, die Auswahl an Treffpunkt wirklich erschweren
    • man ist häufig auf Hilfe angewiesen, denn Deutschland ist Kinderwagenunfreundlich und Hindernisse (Absätze, fehlende Fahrstühle, enge Restaurantgänge) sind keine Seltenheit,
    • diese Sonnensegel sind der reinste Horror,
    • Regenplanen und Mückenschutz sind zwar toll und sinnvoll, aber sollte das Kind wach und kuckfreudig sein, versperren sie die Sicht
    • zusätzlich zum Kind, das Gewicht des Wagens und der jeweiligen Taschen
    • der Platz für die Einkäufe ist mit Kind im Wagen ziemlich gering, denn dieses süsse kleine Fach unterhalb des Wagens ist zum Verstauen nicht wirklich geeignet

Tragetuch (Storchenwiege, 5,20 m):Tragetuch Albert

  • Pro:
    • braucht wenig Platz,
    • man hat das Kind immer sehr nah bei sich,
    • half bei uns schneller beim einschlafen und hilft immer noch beim beruhigen,
    • man hat immer die Hände für noch wichtigere Dinge frei
    • man ist sehr viel selbstständiger als mit Wagen
    • man wird definitiv stärker, da die Muskeln proportional zur Größe des Kindes wachsen
    • sehr flexibel in der Handhabung
  • Contra:
    • die Länge (da haben wir uns falsch beraten lassen),
    • die Bindeweise (viel Geduld und Übung sind erforderlich),
    • man braucht ein dickes Fell (Sprüche (s. weiter unten), Blicke, etc.),
    • man benötigt für die kalte Jahreszeit passende Jacken oder Cover, die erst angeschafft werden müssen
    • man braucht, wenn man länger unterwegs ist, immer jmd. oder etwas zum Abgeben/Ablegen des Kindes,
    • je größer und agiler die kleinen Lieblinge sind umso schwerer ist das Binden, da sie Bewegungsfreiheit wünschen,
    • kann bei falschem Binden zu Rückenschmerzen führen,
    • essen gestaltet sich als schwierig bzw. bedarf einiger Übung,
    • brunchen und andere Völlerein fallen definitiv aus,   da die Bindung auf Höhe das Magens sitzt, der sich bekanntermaßen ausdehnt bei Befüllung, passt nicht mehr so viel hinein

Sprüche und Anekdoten zum Tuch

  • „Das ist doch total ungesund für die Hüfte“ — nein ist es nicht, wenn man ein paar Dinge beachtet; s. Artikel hier und hier
  • „Weilt das Kind denn überhaupt noch unter uns“ die Sprechstundenhilfe eines Arztes
  • „Ich glaub es atmet nicht mehr“
  • „Das schadet aber ihrem Rücken. Außerdem sind die Kinder doch dann total verwöhnt“
  • „Kriegt das überhaupt noch Luft“ Ja „Sind sie sich sicher“ Ja „Ja wenn sie meinen“
  • „In welchem Monat sind sie denn, wenn man fragen darf?“
  • „Ich würde auch gern noch mal so getragen werden“ eine Omi zu ihrer Freundin
  • „Die hats gut, da wäre ich jetzt auch gern“ Höhöh  .. Püff, Männer!
  • „Ach ist das goldig, darf ich mal anfassen“ Nein… Patsch Patsch „Niedlich, sie werden so schnell groß“
  • Ich bin mit dem Kinderwagen unterwegs, nur leider wollte das Kind nicht im selbigen liegen, also ab ins Tuch. Da meint nun eine ältere Dame an der Haltestelle: „Himmel was machen sie denn mit dem Kind, sie können doch nicht ihre Einkäufe auf dem Kind stapeln, “ Ähh … mach ich doch gar nicht … „Das bekommt ja gar keine Luft mehr“ Das Kind hängt hier im Tuch „Also sowas“ „Hier vorn bei mir“ Irritierter Blick und dann ein verlegen gemurmeltes „Oh, na dann … ich dachte nur, dasss“ … zum Glück kommt manchesmal auch passend die Bahn und man muss nicht antworten.

Wir haben auch noch eine Manduca, jedoch nutzt die, meist nur meine bessere Hälfte. Man kann damit schnell und einfach das Kind tragen, aber  mir persönlich ist es zu unflexibel und ich bekomme davon Rückenschmerzen.  Des Weiteren, finde ich, dass das Kind darin nicht so schön angehockt sitzt, wie im Tuch.

Mein ganz allgemeines Fazit zu den Beförderungsmöglichkeiten ist nun, dass jedes der genannten Mittel seine Berechtigung hat und ich im nachhinein auf keines hätte verzichten wollen. Ich für meinen Teil liebe jedoch das Tuch, verfluche oft die Manduca und habe den Kinderwagen, als Notwendigkeit akzeptiert.

Jeder muss am Ende für sich entscheiden, was einem am meisten liegt und die Möglichkeiten des Leihens von Gegenstände dabei nutzen. Man sollte sich auch im Klaren darüber sein, das es zu den Tragehilfen immer mehr Kommentare geben wird als zu dem Kinderwagen, der als gesellschaftlich akzeptiert gilt.

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besprochen, rezensiert und kritisiert… (2)

Endlich, nach längerer Dürreperiode, habe ich mich dazu durchgerungen ein Buch zu Ende zu lesen. Andere sind diesem Buch schon gefolgt und werden in den nächsten Tagen sicherlich von mir besprochen.

Bevor ich zur eigentlich Rezension des Buches komme, noch eins vorab – da ich MindMaps und Figurenkonstellationen liebe, werde ich des öfteren auch einmal ein Abbild davon in den jeweiligen Post einbinden. Wen jedoch nur das Buch sowie mein Fazit also solches interessiert und nicht unbedingt wer stirbt oder wer mit wem wann und wieso etwas getan hat, der sollte sich das Ganze dann mal lieber nicht anschauen oder besser nicht zu genau. 😉

So …

Dieses mal geht es um das Buch „Tatütata für Peter Sputnik“ von Axel Simon, sein Erstlingswerk, wie gleich die ersten Seiten verraten. Das Buch hat die folgende ISBN 978-3-499-24963-1 und nur 284 Seiten. Der Autor schreibt zum Inhalt selbst: „Es geht um Liebe und Vergeltung und das Geheimnis des Krokantbechers. (Ach was, es geht um alles.)“, das hat mich doch angesprochen und so nahm ich das Buch mit.

Der Inhalt: Peter Sputnik ist ein etwas übergewichtiger und seine routineliebender und mit komplexen versehender Busfahrer auf dem Land. Er besitzt zwei Windbloussons in der gleichen Farbe, die er nach einem festen Ritual auch trägt. Gewechselt wird immer nach der Arbeit und Abends geht es dann auch immer in die Eisdiele Cortina um bei der Bedienung „Frollein Gitti“ einen Krokantbecher zu essen. Ganz nebenbei ist er ein Superheld, der keiner sein will und so nimmt er die Weisung bzw. eigentlich die Bitte des Weltrates auch nur sehr wiederstrebend entgegegen die Welt zu retten. Denn aus welchem Grund soll er denn die Welt retten oder aber besser gesagt, für wen? Parallel dazu erhält der Leser einen Einblick in die Arbeit eines Weltrates, in das Leben und die Neigungen eines verliebten jazztrommelnden Hahnes und in das Wirken und den Nutzen eines gewissen Herrn Seidensprungs.

Die Figurenkonstellation (kein Anspruch auf Vollständigkeit), findet ihr hier: Axel Simon – Tatütata für Peter Sputnik

Das Fazit: Der Busfahrer Peter Sputnik kann einem schon manchmal leid tun. Die Monotonie, in der er lebt und sich wohl-, aber einsam fühlt, ist für mich einfach nur unvorstellbar traurig und langweilig. Umso amüsanter und erbauender ist es dann zu lesen, dass er als Superheld (unerkannt natürlich) die Welt retten soll und sich wie eine Diva ziert. Das Zusammentreffen mit Herrn Seidensprung, dessen unsäglichen Vornamen ich mir nicht merken und auch nicht mehr finden konnte, wird dann interessant und führt unseren Haupthelden auch ein Stück in seine Jugendzeit zurück. Die nebenbei bemerkt nicht besonders rosig gewesen sein muss. So entwickelt sich unser Sputnik von Seite zu Seite immer ein bißchen mehr, wird selbstbewusster und geht auch einmal aus sich heraus, ohne gleich vor Schamgefühl und Angst zusammenzuzucken. Ganz am Ende bekommt unser lieber Sputnik sogar eine Angebetete. Ich persönlich finden das Buch etwas fad im Geschmack. Nicht alle eingeschobenen Charaktere und Handlungen sind witzig, manches ist sogar brutal oder gar unverständlich. Der rote Faden ist sichtbar, manchmal etwas versteckt. Jedoch würde ich alles in allem das Buch sicherlich nicht noch einmal lesen, da mir doch irgendetwas Entscheidendes fehlt.

Die Wertung: 2,5 von 5 Sternchen

besprochen, rezensiert und kritisiert… (1)

Da zur Zeit Vampire mal wieder In sind – Filmplakate hängen überall, die Buchhandlungen sind voll davon, in Schreibwarenläden gibt es sogar bedruckte Täschchen und Radiergummis – werden wir daran erinnert, dass es auch eine düstere Seite gibt: Unerforscht, beeindruckend und in den Bann ziehend. So ist es natürlich kein Wunder das mir armer beeinflussbarer hoffnungslos unbelehrbarer Frau, dass Buch auf dem Regal der Bücherei sofort ins Auge fällt: blutrote Lippen, eine Großstadt, erdverbunden Töne und ein aufsteigender Schwarm von Fledermäusen – der Klappentext tut sein Übriges und das Buch „Geliebte der Nacht“ von Lara Adrian landet in meinem Besitz.

Gespannt machte ich mich mit Gabrielle Maxwell – einer ahnungslos fotografierenden Stammesgefährtin, ihren selbstlosen Freunden, den von der Blutgier befallen Stammesbrüdern (die Rogues) und natürlich Lucan – einem der Letzten vom uraltem Stamme der Gen-Eins Aliens (Vampire die aus dem Weltall kamen) – bekannt.

Inhalt: Der Retter rettet also schnell einmal auf seiner nächtlichen -tötet-den-Abschaum-Mission- das hilflose, sich mit einer Handycamera wehrend, Mädchen aus den Fängen der bösen Rogues und es entflammt schnell und heiß das Feuer der Lust. Bis der edle und tapfere Lucan entdeckt das die unwissende Gabrielle eine Stammesgefährtin ist, von der er auf keinen Fall trinken wird. Ja warum eigentlich nicht? Die arme Gabrielle wird nun von den Rogues (sie hat sie fotografiert) und heißen Träumen verfolgt und immer wieder von Lucan gerettet. Das dauert so ungefähr 300 Seiten an, ab und zu kommt auch noch ein blutrünstiger Kampf zwischen den Kriegern (oh ja es gibt noch 5 weitere neben Lucan) und den eigentlich wilden Rogues dazu. Die natürlich nun plötzlich einen Anführer haben, dem sie auch gehorchen. Nicht zu vergessen die Lakaien – Menschen die ausgesaugt wurden und keinen eigenen Willen mehr haben. Es gibt nämlich nur Tote Menschen, Lakaien oder willige Menschen.
Am Ende wird Gabrielle von Lucan in dessen Kriegerversteck-Hauptquartier gebracht um dort beschützt zu werden. Während der Held sich kopfüber in den Kampf stürzt, um sie und seine Blutgier zu vergessen und durch eine Intrige schwer verletzt wird, lernt sie etwas über das Vampirdasein… und dann trinkt er doch von ihr – sie bietet sich ihm förmlich an, nur zur Stärkung. Das Finale ist dann ganz reizend: er aus Angst sie schwer verletzt zu haben türmt zum nächsten Einsatz, sie aus Scham türmt aus dem Sicherheitstrakt und wird natürlich von den Böse gefangen. Er rettet sie unter ganzen Körper- und Wuteinsatz aus den Händen seines eigentlich in der Sonne verbrannten Bruders.

Das Buch ist einfach nur schlecht. Die Figuren werden nicht richtig beschrieben, die Geschichte hat eine Art roten Faden an dem jedoch alles nur angerissen wird. Die Geschichte von Lucans finsterem Leben wird so nebenbei bröckchenweise eingeflochten ohne Zusammenhänge zu erläutern. Blutgier scheint die treibende Kraft. Auch Gabrielles Gefühlswelt ist minimiert auf Sex, Angst und ab und an Wut. Die Regeln dieser reichen Vampir-Krieger (natürlich sind sie reich und intelligent) – falls es denn welche gibt – kann man nur erahnen. Andere Vampire scheinen in Dunklen-Häfen (?) zu existieren, aber in diesem Buch gibt es nur die Krieger, wild und leidenschaftlich. Da bleibe ich doch lieber, sollte ich wieder das von den Medien suggerierte Bedürfnis nach Vampiren haben, bei Stephanie Meyers Twilight-Saga. Die Saga scheint zumindest in den ersten Bänden wesentlich mehr Sinn zu ergeben.