Einschlafen – Schlafen – Durchschlafen

„Seit nun fast vier Wochen üben wir schlafen. Schlafen ist DAS Thema schlecht hin, nichts bewegt die jungen Eltern mehr, na gut abgesehen von Beikosteinführung, der Entwicklung des Kindes, der …“

So begann der Post, den ich vor mehr als einem Jahr, Anfang September um genau zu sein, zu dem Thema schreiben wollte und dann nicht mehr weiterverfolgt habe. Warum wird sich vielleicht manche/r fragen. Weil es einfach zu anstrengend war, die Antwort von mir darauf.

Ich möchte an dieser Stelle alle Eltern endlich mal etwas loswerden:

Lasst euch bitte von niemandem erzählen das euer Kind ja schon alt genug ist um selbst einzuschlafen, zu schlafen und auch allein durchzuschlafen. Genauso möchte ich auch appellieren, endlich mal die Wahrheit zu sagen und nicht betreten zu schweigen, wenn das eigene Kind nicht durchschläft oder allein einschläft. Sondern JA zu sagen:

  • Ja es gibt Kinder die haben Schwierigkeiten mit dem Thema Schlafen, meine Vermutung ist sogar, dass es der größte Teil ist und nein das ist nicht schlimm. Schlimm ist nur es hinzustellen als wäre es etwas Abnormales nicht mehr zu können, verzweifelt zu sein und nicht mehr aus noch ein zu wissen.
  • Ja, es gibt seltsamerweise Kinder, die nicht auf Definitionen hören und nicht in Schemata passen wollen – und oje da gibt’s ja auch Erwachsene die nicht in Schemata passen
  • Ja, man hat schon vieles, wenn nicht sogar alles versucht : Ratgeber über Ratgeber gelesen, sich Meinungen von Fachexperten angehört, Unmengen an Süßkram gegessen, geschuckelt, geschaukelt, beruhigt und getäschelt, Händchen gehalten, Füßchen massiert, Liedchen gesungen, Nachtlichter angeschaltet, Platz im Elternbett gemacht, Brei verfüttert, gebadet, … – aber meist hat nichts oder nur wenig davon geholfen.

Und nun mein JA!

Ja, der Nachwuchs hat bis diesen August nicht durchgeschlafen : So haben wir 14 Monate  maximal zwei Stunden am Stück geschlafen, aus jeder Schlafphase wurden wir mit viel Geschrei geweckt und aus dem Bett taumelnd, haben wir versucht dem Nachwuchs zu helfen.

Und Plötzlich war das innerhalb einer Woche vorbei, denn plötzlich konnte der Nachwuchs schlafen und wir endlich auch wieder – zumindest meistens. So war das Einzige was uns wirklich geholfen hat, der Gedanke, dass alles nur eine Phase ist und wir es schaffen (naja und die extra Matratze und Decke neben dem Bett des Nachwuchses haben natürlich auch geholfen).

JA! Der Nachwuchs ist nun fast 1,5 Jahre alt und kann nicht selbst einschlafen, was anstrengend ist, aber es gibt wirklich Schlimmeres.

UND JA! Ich werde es jeder/m erzählen, die/der es hören möchte und ich werde nicht schweigen und es verschweigen. Also bitte redet darüber und macht aus einem scheinbarem Tabuthema, ein Thema über das man sich vernünftig unterhalten und auch mal jammern kann.

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Warum… (1)

… geben eigentlich so wenig Leute zu, dass es mit einem Säugling nicht immer ganz einfach ist? Es gibt scheinbar Kinder die schon von Anfang an durchschlafen, die nie schreien (Ausnahme sie sind krank), die nie krank sind, die nie Probleme machen, die schon laufen können bevor sie … Lassen wir das, ich glaube mein Punkt ist deutlich geworden. Was ist so schlimm daran einfach mal zu sagen „Weißt du, mein Kind geht mir gerade richtig auf die Nerven. Ich kann nicht mehr“?Das passiert und kommt in den besten Familien vor. Warum muss man so tun, als wäre alles superschön und mit glitzernden Zuckerperlen überzogen, nur damit nach Außen den Schein gewart werden kann? Warum haben wir solchen Angst unsere Frustration mit anderen zu teilen? Warum kann man nie ehrlich zugeben, dass es einem schlecht geht, ohne gleich dafür verurteilt oder bemitleidet zu werden? Bzw. sich wie ein Versager zu fühlen?

Nun man möchte sich keine Blösse geben vor anderen, auf keinen Fall Schwäche zeigen, nicht in Schubladen gesteckt werden. Aber frisst man seinen Frust oder was immer einen bedrückt in sich hinein, wird es doch auch nicht besser. Also plädiere ich an dieser Stelle für mehr Ehrlichkeit und Offenheit. Nein, ich möchte nicht, das sich nun alle um den Hals fallen und sich ihre Lebensgeschichten erzählen. Aber ich möchte auf Fragen die ich stelle, ehrlich Antworten und nicht verständnislose Blicke oder Unwahrheiten bekommen. Ich möchte das es den Mut zur Lücke wieder gibt und nicht alles perfekt sein muss. Ich möchte …

Alles nur eine Phase

Nachdem der Nachwuchs nun nach fast 10 Monaten da war und wir rechte entspannte vier Eingewöhnungswochen hinter uns hatten, meinte jemand recht spöttisch zu uns „auch gute Phasen sind nur Phasen“. Wunderbar, sowas hört man gern und die Person sollte recht behalten. Nach exakt vier Wochen fing das Kind an zu schreien. Am Anfang vorzugsweise abends, zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen. Je näher wir dem Ende des Junis rückten, um so häufiger wurde das Schreien auf den ganzen Tag verteilt um dann Anfang Juli, in einer Woche tägliches Dauerschreien zu gipfeln. Nun ja unterbrochen von kurzen Schlaf-, Ess-  und Spielphasen.

Der Besuch bei der Osteopathin erlöste das Kind Mitte Juni zumindestens von den bösen Blähungen, denen bis dato kein Mittel (Anis-Kümmel-Fenchel-Tee, Kümmelzäpfchen, Windsalbe, etc.) zu Leibe rücken konnte.  Interessanterweise spuckt das Kind seit dem noch mehr als vorher und das Schreien wurde leider auch nicht weniger. Vom Kinderarzt hört man dazu nur, dass das Kind Temperament hat und stark wie ein Ochse ist. Den Nerven hilft dieses Wissen aber auch nicht. Was den Nerven wirklich half, war das beruhigende Wesen einer guten Freundin und die starken Arme der Uroma.

Und urplötzlich war es vorbei – also alles doch nur eine Phase? Wir haben schon nicht mehr daran geglaubt und waren umso glücklicher das sie endlich nicht mehr so ausdauernd schrie. Der Schock saß dann, nach einem entspannten und sehr spiel- und schlaffreudigen Wochenende, tief, als der Nachwuchs sich heute früh gegen fünf Uhr in ungeahnte Tonhöhen schraubte. Man bekommt nun gesagt, „nimms doch nicht persönlich, sie meint es nicht so. Sie kann nicht anders.“ Das ist mir gerade vollkommen gleich! Denn ich stehe vor ihr, ich wickle sie und mache sie sauber, ich streichle sie, ich füttere sie, ich bespasse sie und entlocke ihr Laute und MICH schreit sie an. Wenn ich das nicht persönlich nehmen darf – denn irgendwas muss ja falsch gewesen sein, was dann? Aber es ist ja alles nur eine Phase und so drücke ich meinen persönlichen Reset-Button, lege mich zu ihr, schlafe erst mal und dann beginnen wir den Tag noch einmal von Neuem.

Gedankenschnipsel : kleines Raubtier

Es gibt wohl 270 Raubtiere auf der Welt, sie gehören zur Ordnung der Säugetiere, erfährt man von der allweisen Wikipedia. Wie allseits bekannt ernährt ein Säugetier seine Jungtiere, in dem es sie mit Hilfe von Milchdrüsen mit Milch versorgt.  Das dabei von Seiten der Jungtiere nicht zimperlich vorgegangen wird, kann und konnte man schon in vielen Tierdokumentationen bewundern. Da wird gezerrt, gezupft, getreten, geschrien und gebissen was das Zeug hält. Das Muttertier hält das alles stoisch und mit einer Ruhe, zum Wohle seines Nachwuchses, aus. Ob es leidet? Sicherlich, aber was tut man nicht alles für die lieben Kleinen.

Nun habe ich auch so ein kleines Raubtier zu Hause, im Deutschen wird es aber dann doch lieber und ganz liebevoll Säugling genannt. Meiner Ansicht nach die Untertreibung des Jahres. Denn die eigentlich Bedeutung des Wortes Säugling trifft früher oder später auf die harte Realität: man wird wirklich gezwickt, gebissen, angeschrien, zu ungünstigsten Zeiten aus dem Schlaf gerissen und bespuckt. Klagt man sein Leid bekommt man zu hören, „aber das ist doch nur ein Säugling, das überstehst du schon.“ Und so bleibt einem nichts anderes übrig, als das Ganze genauso stoisch wie die Muttertiere in den Tierdokumentationen hinzunehmen.

Nun ja, so negativ wollen wir es nicht sehen, denn man bekommt ja doch irgendwie eine Belohnung: das zarte Lächeln des kleinen Raubtieres oder auch ein Glucksen, gefolgt von einem zutiefst zufriedenen Ausdruck. Das lässt einen fast alles vergessen. 😀

Gedankenschnipsel : Schlafen

Schlafen, eine geniale Einrichtung der Natur – theoretisch überall und nirgends möglich und sehr wichtig für das Überleben, die Regeneration und das allgemeine Wohlbefinden.  Damit der Mensch gut schlafen kann, reicht es jedoch nicht einfach nur die Augen zu schließen, denn wie bei so vielem im Leben steckt dahinter viel viel mehr. Unter Anderem neben den Abläufen in den Gehirnen, ein ganzer Wirtschaftszweig, der auch Geld verdienen will.
Man denke doch nur an Matratzen (weich, hart, dick, dünn, Kaltschaum, …), Bettwäsche (Biber, Satin, Frottier), Kissen (Daunen, Baumwolle, Kamelflaumhaar, Dinkel-speltzen, …) und Zudecken, Medikamente (pflanzlich und synthetisch), Bücher (Entspannungstechnik, Traumdeutung) und Schlaflabore.

Nun deckt man sich im Heim und Herd damit ein und trotzdem klappt es manchmal mit dem schlafen nicht. Da liegt man gefühlte Ewigkeiten wach, wälzt sich hin und her, grübelt über die Abläufe der Welt oder aber man wacht stündlich auf und schläft sofort wieder ein. Varianten gibt es derer viele und die Palatte der persönlichen Erfahrungen ist umfangreich. Ebenso umfangreich ist die Palette der Lösungsansätze für den Heimgebrauch und wenn es gar nicht mehr geht, dann wendet man sich vertrauensvoll an seinen Ansprechpartner in Weiß. Dieser überweißt einen dann sicherlich an einen weiteren kompetenten Ansprechpartner im Bereich der Somnologie, denn wie ich gerade durch wikipedia erfahren durfte, ist dies, dass Teilgebiet der Medizin, welches sich mit der Schlafforschung beschäftigt. Interessant! Und damit schließt sich der Kreis und wir wären wieder beim oben erwähnten Wirtschaftszweig, ohne die Abläufe im Gehirn und an der Persönlichkeit überhaupt betracht zu haben.

Abschied

Zum wiederholten Male sind unbemerkt einige Jahre vorbei gegangen und man zieht weiter, hinterlässt Lücken und behält Eindrücke und Erinnerungen – ist älter geworden, nachdenklicher, ruhiger, vielleicht auch weiser – wir werden sehen …

Adé Dresden, hoffentlich sehen wir uns bald wieder! Behalte uns in guter Erinnerung!

Abschied

festgestellt (1)

  1. Toastscheiben finden auch im CD-Player einen warmen Ort zum ausruhen.
  2. Parfümflaschen können im Kühlschrank sehr dekorativ aussehen.
  3. Tomaten können in einer antihaftbeschichteten Pfanne auch anbrennen.
  4. Die auf Fertigteig angebrachten Backanleitungen können zu Katastrophen ausarten, wenn man sie befolgt.
    Backanleitung REAL-Brownies

    Backanleitung REAL-Brownies

  5. Steht der Wasserkocher zufällig auf der eingeschalteten Herdplatte so kann es gewaltig stinken.
  6. Man kann sich an die vermeintlich kürzeste Schlange anstellen und ist doch als letztes dran.

to be continued